Die GAPS-Diät - Mut zur Lücke

Viele assoziieren mit dem Begriff Diät - Abnehmen.
Das Wort "Diät" definiert aber erst einmal nur, dass eine Ernährungsumstellung vorgenommen wird. Das kann wegen Diabetes sein, zu hoher Cholesterinwerte, Nahrungsmittelunverträglichkeiten aus privaten Gründen oder ja eben auch um ab zu nehmen.
Die GAPS-Diät ist wohl eher am wenigsten fürs Abnehmen gedacht. Sie ist auch nicht nur eine bloße Ernährungsumstellung, sie ist Lebensstil. Genau wie die Paleo-Ernährung oder auch Veganismus. 

Was bedeutet GAPS eigentlich?

Das Akronym GAPS steht für Gut-And-Psychology-Syndrom. Auf deutsch etwa Darm-Körper-Hirn-Syndrom. Es wurde von der Neurologin und Ernährungswissenschaftlerin und Autorin des Buches "GAPS- Gut and Psychology Syndrom Wie Darm und Psyche sich beeinflussen" Dr. Natasha Campbell-McBride beschrieben und erforscht. Antrieb erhielt sie durch ihren autistischen Sohn. Sie stellte fest, dass bei einer Vielzahl die Physiologie und Psychologie betreffenden Krankheiten, ein aus dem Lot geratener und fehlbesiedelter Darm eine Rolle spielt und eine vollständige Sanierung desselben, zu Linderung oder sogar kompletten Ausheilung verschiedenster Symptome oder Erkrankungen führen kann. GAPS beschreibt also eine Verdauungsstörung, die zu chronischen Erkrankungen der Psyche oder des Körpers führen kann. Die GAPS-Diät dient der kompletten Regeneration und Heilung des Darmes und Entgiftung des Körpers. Nicht nur durch eine spezielle Ernährung, die voll an nährstoffreichen und probiotischen Nahrungsmitteln ist und keinerlei industrielle Fertigprodukte zulässt, sondern auch durch Verwendung entsprechender Kosmetikartikel oder Haushaltsreiniger. Der Körper soll so wenig Gift als möglich ausgesetzt werden. 

Dass die Abkürzung "GAPS" übersetzt auch noch "Lücke" bedeuted, passt in diesem Fal besonders gut. Denn betroffene Menschen fallen im Gesundheitssystem oft durch eine Lücke und leiden jahrelang an verschiedensten Gebrechen, ohne dass die Schulmedizin dem Ursprung der Probleme auf den Grund kommt und es lediglich bei Symptombehandlungen bleibt. 

Im ersten Moment klingt das nach komplett übertriebenem Öko-Tum und einem Verrücktmachen der Menschheit, aber wenn man etwas in sich geht und überlegt, was alles tagtäglich auf uns einströmt, was wir über unsere Haut aufnehmen, wie wir uns ernähren und dass heutzutage nur noch 16% statt früher über 45% des Lohnes für Nahrungsmittel ausgegeben werden, dann finde ich das schon sehr plausibel. Alkoholiker oder Drogenabhängige werden auch nicht clean indem sie nur ab und zu ihren Konsum einschränken.


Was ist die Ursache für GAPS?

Auch diese Antwort steckt zum Teil schon im Wort selbst. Der lückenhafte Darm oder "leaky-gut" wir als Gundübel für verschiedenste Folgeerkrankungen gesehen. Spätestens seit dem Buch "Darm mit Scharm" von Giulia Enders dachte ich das Bewusstsein über die immense Bedeutung dieses Organs wäre gewachsen. Trotzdem ist es immernoch ein Tabuthema. Dabei kenne ich wirklich kaum jemanden der keine Verdauungsbeschwerden hat oder völlig gesund ist. Und mit Verdauungsbeschwerden meine ich nicht nur Durchfälle oder Verstopfung, sondern im weiteren Sinne auch Blähungen, Übelkeit, Magenschmerzen, Sodbrennen. Viele kennen auch ein ganz normales Hungergefühl gar nicht mehr.
Außerdem kenne ich genug Menschen in meinem Umfeld, die Probleme mit Laktose oder Weizen/Gluten oder beidem haben.Viele fühlen sich einfach nie wohl, sie sind müde und schlapp und haben keine Energie. Ich bemerke, dass bei sehr vielen mit Mitte-Ende Zwanzig ein Leidensweg beginnt oder schon solche Ausmaße angenommen hat, dass sie sich fragen:

"Warum?
Ich bin doch noch jung und habe das ganze Leben vor mir? 
Warum fühle ich mich wie 80?


Campbell-McBride und viele andere Wissenschaftler, Mediziner und Betroffene sehen die Ursache für all das im Darm. Unsere westliche, moderne Ernährungsweise steckt voller Zusatzstoffe und künstlichen chemischen Verbindungen auf die unser Körper nicht eingestellt ist. Zumindest nicht in den Mengen in denen sie heutzutage verzehrt werden. Multiple Antibiotikagaben bei jeder Kleinigkeit und Konsum verschiedenster Medikamente auch hormonelle Verhütungsmittel und sogenannte "Nicht steroidale Antiphlogistika" (Ibuprofen gegen Kopfschmerzen), außerdem Stress und die hastige Esskultur wirken sich negativ auf die Darmflora aus. 

Das bedeutet kurz gesagt, die guten Darmbakterien, die wir brauchen um unser größtes immunologisches Organ, den Darm, widerstandsfähig und gesund zu halten, bekommen zu wenig Nahrung und sterben zugunsten der schlechten Darmbakterien ab. Die guten Darmbakterien sind wichtig für den Energiehaushalt der Darmschleimhaut und sind die rechte Hand des Immunsystems. Durch ihr Absterben entsteht eine sogenannte "Dysbiose". Kurzfristige Dysbiosen kommen immer wieder vor und sind auch normal, ein gesunder Körper kann das ausgleichen. Leider ist das eben bei den meisten nicht der Fall. Ich kenne auch keinen Arzt, der nach einer Antibiotikagabe dazu rät eventuell Probiotika einzunehmen und eine kurzfristige Ernährungsumstellung durchzuführen um die guten Bakterien, die durch die Antibiose ebenfalls ausgemerzt wurden wieder anzusiedeln. 
Es beginnt der Teufelskreis.

Im Darm wird somit nicht nur die schützende Bakterienschicht, die ihn auskleidet und eine Masse von ca. 1 1/2-2kg einnimmt zerstört (Und da soll noch einer behaupten Glyphosat, das ein Antibiotika ist, habe keine Auswirkungen auf den Menschen)  auch die Schleimschicht wird zunehmend erodiert und die Darmwände durchlässig für unverdaute Nahrungsbestandteile, Giftstoffe und Krankheitserreger. Die Bakterien des Darmes haben nämlich vielfach auch die Aufgabe krankmachende Viren, Bakterien und Toxine unschädlich zu machen BEVOR sie dem Immunsystem überhaupt auffallen. Außerdem bilden die schädlichen Bakterien, Pilze und Parasiten selbst Giftstoffe, die bei einer Dysbiose dann in krankmachenden Mengen anfallen.

All diese Stoffe, die in unsere Blutbahn geraten, obwohl sie da nicht hin gehören, setzen sich in den verschiedensten Organen und Geweben ab . Jeder von uns hat ein schwächstes Glied in der Organkette und je nachdem welches unsere Schwachstelle ist, zeigen sich die ersten Symptome. So kann "leaky-gut" eine Autoimmunerkrankung, wie bei mir z.B. der Schilddrüse genannt Hashimoto, auslösen. Oder man leidet unter vermehrten Kopfschmerzen und Migräne, hat Menstruationsbeschwerden, bekommt Nahrungsmittelunverträglichkeiten, leidet an Gelenkschmerzen, hat Neurodermitis oder Akne und vieles mehr. Im Laufe der Jahre vermehren sich die Beschwerden und weiten sich auf andere Organe aus und so entsteht dieses komplexe und unspezifische Syndrom. Es folgen oft viele Arztbesuche und viele Arztwechsel, meist geht man nach jedem Besuch wieder ernüchtert nach Hause weil weder im Blut noch bei sonst irgendwelchen gängigen schulmedizinischen Untersuchungen etwas gefunden wurde. 
Die Aussage dann meist: " Sie sind gesund, meiden sie Stress und schlafen sie viel." Oder "Sie haben einfach einen Reizdarm" 
Vielfach gesellen sich dann über kurz oder lang auch Stimmungsschwankungen oder Depressionen mit dazu.
Bei Kindern aus sogenannten GAPS-Familien, also Familien in denen Darmprobleme im Zusammenhang mit anderen chronischen Erkrankungen gehäuft vorkommen, sieht man häufiger Autismus oder AD(H)S  angesiedelt. Da die Zahl der autistischen Spektrumstörungen in relativ kurzer Zeit so stark angestiegen ist, kann man nicht mehr nur von einer genetischen Ursache ausgehen. Es muss auch andere Zusammenhänge geben. In der Vergangenheit ist die Masern-Impfung diesbezüglich kontrovers diskutiert worden. Campbell-McBride und andere Wissenschaftler wie der Neurologe Dr. David Perlmutter (Autor der Bücher "Dumm wie Brot" und "Scheißschlau") gehen davon aus, dass das Immunsystem der GAPS-Kinder so geschwächt ist, dass es mit den Impfstoffen und deren Trägersubstanzen nicht zurecht kommt. Die Impfungen nehmen damit also denselben Stellenwert ein, wie alle anderen Umweltgifte, die uns umgeben. Das bedeutet nicht das Impfungen an sich schlecht sind. Man müsste vielleicht eher die Impfschemata für diese Kinder neu überdenken. allerdings wird in Deutschland so früh geimpft, dass zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht klar zu erkennen ist ob das Kind ein Problem hat oder nicht. Man kann nur anhand der eigenen Geschichte davon ausgehen.Warum, habe ich hier bereits kurz erklärt.


Ein Zitat von Natasha Campbell-McBride aus dem Buch "Heile deinen Darm - Die GAPS-DIÄT" von Hilary Boynton & Mary G.Brackett sagt es ganz treffend.

<< Der Darm ist ein langer Wulst, der sich durch unsere Körpermitte schlingt und uns das zurückgibt womit wir ihn füttern >>

Mit diesem Zitat möchte ich meinen heutigen Beitrag beenden und es ein wenig wirken lassen.
Vielleicht habt ihr damit selbst Erahrung gemacht als Betroffener oder jemand der jemanden kennt....Erzählt mir gern davon!
Im nächsten Beitrag geht es dann um die Frage:
"Für wen/welche Erkrankungen eignet sich die GAPS-Diät?"
Dann vielleicht auch wiedermal ein Beitrag mit Bild, aber ich habe einen so langsamen Rechner und momentan zu wenig Zeit um Bilder zu machen oder zu bearbeiten.


Ich wünsche euch einen schönen Tag!

Bis bald, Eure



Nathalie




Kommentare

  1. Mein Freund un dich hatten heute erst wieder ein gespräch darüber, wie wichtig eine Gute ernährung ist.. und zwar im Zusammenhang mit Demenz...
    Ist schon Irre, was alles passieren kann,wenn man nicht daruf achtet was man zu sich nimmt...
    Deshalb: danke für deinen Beitrag.. ich hoffe ja, dass in Zukunft wieder bewusster gegessen wird und auch das Thema Darmgesundheit nicht mehr hinter vorgehaltener HAnd diskutiert wird.

    Ganz viele liebe Grüße

    Franzy

    P.S:: ich würde mich unheimlich freuen,wenn du mal bei mir reinschauen würdest. aktuell läuft wieder ein schönes Give-away das sich über deine Teilnahme freuen würde ;)

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  2. Hallo Franzy!
    Oh ja es ist wirklich so wichtig dass man darauf achtet und ich finde der Genuss muss nicht darunter leiden. Es ist eben nur die soziale Komponente am Essen, die uns diesen Schritt oft schwer macht. Wohin geht man essen, was macht man wenn man eingeladen wird und und und. Und natürlich die ganzen Versuchungen die wirklich an jeder Ecke locken. Wenn man sich glutenfrei ernähren will hat man doch kaum eine Chance. Da gibt es im gastronomischen Bereich echt noch eine Menge Potential!!

    Danke für deinen Hinweis mit dem Give-Away...ich werde gleich vorbeischauen!
    Und schön wieder von dir zu hören!!
    Hab ein schönes Wochenende!
    Herzliche Grüße
    Nathalie

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  3. hast du selbst erfahrung gemacht mit der Gaps diät? WEnn ja welche?? liebe Grüße von Mouni

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    1. Hallo Mount! Ja ich habe die Diät selbst und mit meinem damals 3-jährigen Sohn gemacht weil wir beide Darmprobleme haben und ich Hashimoto und er hatte diverse Symptome von ADHS bis Autismus. Wir haben sie etwa 3-4 Wochen durchgehalten und dann aufgegeben. Mein Sohn hat leider überhaupt nicht mitgemacht und alles verweigert. Mir hat die Diät teils gut getan, teils ging es mir einfach wegen dem ganzen Stress total schlecht. Ich finde die Diät viel zu aufwändig und zu strickt. Ich würde jetzt wenn dann auf Paläo umsteigen, bin ich auch eine Weile, bzw auf das Paläo Autoimmunprotokoll. Aber ich habe bis Januar noch gestillt und da diese ganzen Ernährungsformen ja auch erstmal eine Entgiftung in Gang setzen wollte ich das nicht übertreiben. Also ich persönlich würde GAPS nicht weiter empfehlen. Es gibt eine Facebookgruppe und da haben auch viele berichtet, dass sie mit den ganzen probiotischen Nahrungsmitteln arge Probleme hatten, weil die natürlich auch sehr histaminreich sind. Viele vertragen auch das viele Fleisch einfach nicht und einige haben sich dadurch eine Überwucherung des Darmes mit einem bestimmten Bakterium zugezogen, die dann wiederum behandelt werden musste....also ich glaube ohne einen Therapeuten, der sich damit auskennt und dich begleitet würde ich das nicht machen. Die Entgiftung ist enorm und man muss sich sicher sein, dass die Organe, sprich Nieren, Leber, Darm das auch alles mitmachen.
      Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen auch wenn deine Frage nun schon länger her ist. Entschuldige die Verspätung !
      Liebe Grüße Nathalie

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